Ölmarktbericht November, 2015

Die 21. Klimakonferenz der vereinten Nationen (COP) findet im Dezember in Paris statt und wenn man die Geschehnisse in der französischen Hauptstadt berücksichtigt, sind die Pariser vielleicht ganz froh, dass sich die Aufmerksamkeit der Welt auf etwas anderes als auf einen Terrorakt richtet. Mit den Jahren ist es einfach geworden zynisch über die COP Treffen zu sprechen, da nur wenige Treffen etwas Konkretes hervorgebracht haben. Wenn es Vereinbarungen gab, haben diese sich oft nur Randthemen beschäftigt oder bekamen zu wenige Unterschriften um von Bedeutung zu sein. Außerdem ist eine große Ironie, dass bisherige COP Treffen, die sich vordergründig mit heißer Luft beschäftigen, normalerweise zu viel davon produziert haben! Es gab nur wenige detaillierte Verpflichtungen CO2 zu reduzieren, während es zahlreiche Kehrtwendungen, liberale Mengen an Scheinheiligkeit und allgemeiner Vagheit hinsichtlich technischer Themen gab.

Also was ist von der COP21 zu erwarten? Nun, diesmal scheint tatsächlich ein verbindliches Abkommen wahrscheinlich. Zunächst einmal ist die „Stimmungsmusik“, die dieses Jahr aus Paris kommt, deutlich anders als in den letzten Jahren. Die Weltwirtschaft sieht und fühlt sich weniger zerbrechlich als in der Vergangenheit an und mit Chinas wirtschaftlicher Verlangsamung (d.h. 4-5% GDP Wachstum), scheint dieses Land in eine stabilere und andauernde Wirtschaftswachstumsperiode eingetreten zu sein.   Und gute Wirtschaftsnachrichten, sind gute Nachrichten für die Umwelt, denn, egal wie sehr die grüne Lobby uns naiver Weise anders überzeugen möchte, fossile Brennstoffe mit grünen Energieformen zu ersetzten, wird teuer werden.

Doch trotz dieser Tatsache, kommen alle Weltmächte langsam zu einem Konsens und nirgendwo mehr als in den USA.  Zunächst haben wir hier ein Land, das eine rapide Entkarobonisierung erfährt, weil Kohlekraftwerke schließen und durch sauberere (fracked) Gasalternativen ersetzt werden und kraftstoffeffiziente Auto sich besser als die gigantischen Gasverschlinger aus vergangenen Zeiten verkaufen. Auf der politischen Ebene, scheint die Obama Regierung, die das Ende ihrer politischen Laufzeit erreicht, vom umweltpolitischen Eifer angefeuert zu sein, obwohl sie historisch eher zurückhaltend in diesem Bereich war. Nicht nur hat Obama kürzlich sein Veto gegen die kontroverse Keystone XL Pipeline (die Kanadas Ölteersand in die US transportiert hätte) eingelegt, aber er hat auch öffentlich erklärt, dass es eine seiner Prioritäten sei, in Paris zu einer Einigung über den Grenzwert für globale Emissionen zu kommen. Woher genau kommt dieses neugefundene Umweltbewusstsein? Möglicherweise kommt es aus der öffentlichen Meinung, die in einer Umfrage der Yale Universität hervorgehoben wurde. Die Umfrage zeigte, dass 63% der Amerikaner glauben, dass die globale Erwärmung real ist und 59% sind darüber besorgt. Dies würde bedeuten, dass dieses Thema nicht länger ein Interesse der Minderheiten ist und dadurch zu einem Thema wird, das sogar die Republikaner – nachdem die Verrückten aus dem Rennen für die Präsidentschaft eliminiert wurden – ansprechen müssen.

Währenddessen wurden auch im Energiesektor, wo immer man hinschaut, große Schritte unternommen um im Bereich der Emissionen zu handeln. In den letzten 20 Jahren, hat sich die erneuerbare Energie in Europa um ca. 3.000% erhöht und im gleichen Zeitraum sind die Kosten für Solarkollektoren  und  elektrische (Auto-) Batterien um 60% gefallen. Kohlenstoffbindung und –Lagerung (CCS) – zwar noch nicht vollständig von der grünen Lobby unterstützt – sind endlich auch im Spiel. Letzten Monat wurden in Alberta, Kanada, die ersten Ölsand CCS Anlagen, zu einem Preis von $ 1.35 Milliarden, eröffnet und Mitte nächsten Jahres (in Verbindung mit dem zweiten Projekt in Alberta) wird die Anlage kombinierte 2.76 Mill. Tonnen CO2 pro Jahr verbinden – das entspricht der jährlichen Emission von 400.000 Fahrzeugen. Und diese Fahrzeuge geben sowieso zunehmend weniger Emission ab; ab 2016 müssen neue Busse und LKWs in Europa die „Euro V1“ Motoren benutzen (d.h. 20 Busse oder LKW), die die gleiche Menge Stickstoffoxid (eines der aggressivsten  Treibhausgase) abgeben, wie nur ein Motor in 1990.

 Es sieht also so aus als wären alle Zutaten, um zu einer Einigung in Paris zu kommen, vorhanden. Letztendlich ist es viel leichter sich zu einigen etwas zu tun, wenn vieles davon sowieso schon in der richtigen Welt passiert. Aber es bleiben zwei monumentale Fragen offen. Erstens, inwieweit werden die Entwicklungswirtschaftsländer(und hier müssen wir China einbeziehen) bereit sein, ihrerseits den Klimaschutz zu adressieren. In der Vergangenheit verlangten ärmere Länder, dass der Westen das meiste täte, um den Klimawandel aufzuhalten, da sie das meiste Geld haben und die meisten Treibhausgase ausstoßen. In 2016 ist das wohl noch wahr, aber das folgende ist weniger eindeutig; 59% der Amerikaner machen sich Sorgen über den Klimawandel aber was genau sind sie bereit zu tun? Portland kann sicher nicht sehen, dass Kunden bereit sind „Grün zu werden“, wenn es sie mehr kostet und trauriger Weise gibt es noch keine kurzfristige Lösung die gleichzeitig die Emissionen als auch die Kosten reduziert.

Mit dem Klimawandel umzugehen, benötigt ein Dreierbündnis zwischen Unternehmen, der Regierung und dem Individuum. Die ersten zwei Elemente, offen gesagt, sind einfach. Viele Unternehmen werden mitmachen, weil sie vor der Innovationskurve bleiben wollen und für den Rest gibt es die Gesetzgebung. Aber wenn wir annehmen, dass irgendeine Form von Abkommen in Paris geschlossen werden wird, bedeutet dass, das die richtige Arbeit am „ einfachen Mann“ beginnt.  Politiker, Akademiker, Gemeindesprecher und Unternehmen müssen die Öffentlichkeit überzeugen, dass es eine lohnende Wahl ist, sich von fossilen Brennstoffen abzuwenden. Dies kann nicht erzielt werden indem vorgetäuscht wird, dass der wirtschaftliche Fortschritt überbewertet ist oder dadurch dass die Menschen irreführend dazu gebracht werden zu denken, dass  sie durch erneuerbare Energien Geld sparen werden. In einer zunehmend egoistischen Welt, Leute dazu zu bringen ihre Gewohnheiten zu ändern, ist die Größte aller Herausforderungen.