Ölmarktbericht Juli, 2017

Einige unserer letzten Berichte, die die Ölindustrie als langfristig bedroht diskutierten, könnten dazu geführt haben, dass einige Leser glauben, dass „das Ende des Öls“ naht! Also richtet sich das Thema des dies monatigen Berichtes an jene, die sich wirklich um die Zukunft des Öls sorgen und die beruhigt werden müssen. Denn wir werden herausfinden, das Öl mehr kann, als nur Menschen von A nach B zu bringen oder sie warm zu halten…

In Ordnung, Sie sind auf dem Weg in Ihre Sommerferien (Hurra!) und das erste, was Sie machen werden, wenn sie an Ihrem sonnigen Ziel ankommen, ist sich ein eiskaltes Bier direkt aus dem Kühlschrank zu holen, ein Gerät, das mit Kühlgasen wie u.a. raffiniertem Propan oder Butan betrieben wird. Und das Bier selber? Nun ja, es benötigt Bierhefe, die normalerweise auf großen Agar Platten kultiviert und mit raffiniertem Mineralöl bedeckt wird, um eine Überfermentierung zu verhindern. Ok. Bisher, alles Öl.

Aber was ist mit den Kindern? Sie haben sich besonders gut während des Fluges benommen, mit ihren (Öl-) Kreiden gemalt, und deswegen haben sie Ihnen schnell versprochen, dass sie dem „jeden Tag Eiscremeclub“ beitreten dürfen. Sie halten Ihr Wort und kaufen den Kindern ein superleckeres Softeis sobald Sie ankommen.  Aber auf keinen Fall bevor Sie den Kindern erklärt haben, dass der Gefrierschrank, die gleichen LPG Gefriergase benutzt wie der Kühlschrank, aber dass die typische „Softness“ des Eises ein Ergebnis der geruchs- und geschmackslosen Erdölgelantine ist, die es beinhaltet.

Nun lassen Sie uns einige Stunden vorspulen und Sie gehen zum Strand. Vergessen Sie nicht ihre Plastikeimer, Schaufeln und Luftmatratzen (alle bestehen aus circa 20% Erdöl) mitzunehmen und natürlich das raffinierte Rohöl in Form Ihrer Sonnencreme (15%) aufzutragen um einen Sonnenbrand zu verhindern. Aber machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie sich doch verbrennen, wird eine After-Sun Creme (ein Rohölderivat) in der Drogerie käuflich sein, genauso wie 90%iges Petroleumgel (im Allgemeinen als Vaseline bekannt), Insektenspray (Mineralöl) und Deodorant (Naphtha), damit auf keinen Fall peinliche Schweißflecken in der Hitze sichtbar werden.

Dies alles scheint anzudeuten, dass ein Strandurlaub in irgendeiner Weise immer etwas mit Öl zu tun hat. Aber was ist mit jenen Leuten, die einen verregneten und Mücken verseuchten Ort für ihre Ferien bevorzugen (halt…. Wer mit ein wenig Verstand würde das tun?)? Nun, wenn Sie diese Art Urlaub machen müssen, dann ist Regenzeug eine Notwendigkeit und wir alle wissen, dass raffiniertes Öl

unabdingbar ist, um dieses Regenzeug wasserdicht zu machen.  Es ist außerdem auch notwendig für das Bitumenfutter von Wanderschuhen. Und wenn Sie wirklich verrückt genug sind, in diesem feuchten Klima zu zelten (nicht wirklich, keiner würde das machen, oder…?), dann verlassen Sie sich auch auf die Bitumenschicht, die sich innen und außen auf modernen Zelte befindet. Hinsichtlich der Mücken, nun diese kleinen Nervensägen, werden Sie am lebendigen Leib aufessen, ganz egal was Sie versuchen, aber wenigstens sollte Ihnen die auf Mineralöl basierende Mückencreme etwas Erleichterung geben, zusammen mit 4 oder 5 Schlucken des ortsüblichen Wassers (Whiskey).

Einige von Ihnen genießen wahrscheinlich einen aktiven Urlaub und auch Sie werden das Ihrige für die Ölindustrie tun. Angeln, Golfschläger (und Bälle), Fahrräder, Surfboards und Wassersski werden alle mehr oder weniger aus Carbonfasern hergestellt, die aus  Petroleumpech stammen – ein dunkles, Bitumenprodukt, dass während des Destillationsverfahrens am Boden des „Fasses“ entsteht, während Schwimmwesten, Schnorchel Masken, Tauchanzüge und Flossen alle Mineralöl beinhalten und künstliche hergestellte Gummis die aus naphthenischen Flüssigkeiten hergestellt werden.

Ob es uns gefällt oder nicht, müssen wir zu der Schlussfolgerung gelangen, dass die mittelfristige und (wahrscheinlich) auch langfristige Zukunft des Öls gesichert ist, solange wir alle weiterhin in den Urlaub fahren und ein normales, „modernes Leben“ leben wollen. Tatsächlich ist „Herstellungsöl“ weniger bedroht als „Transportöl“, da dieses (Benzin, Diesel, etc.) jetzt in einem großen Ausmaß von den Umweltbestimmungen und von der Entwicklung elektrischer Autos herausgefordert wird. „Herstellungsöl“ scheint sich andererseits weiterhin eines anhaltenden Wachstums zu erfreuen werden, besonders weil sich die Industrieländer zunehmend auf Konsumgüter und Lifestylegüter konzentrieren.  Und dies kann hinsichtlich der Umwelt in einem positiven Licht betrachtet werden. Anders als Transportöl, dass eine doppelte Emission verursacht (einmal während des Raffinerieprozesses und dann wieder in der Verbrennungsphase) – produzieren Plastik- und Kosmetikprodukte nur einmalig Emissionen (bei der Herstellung) bevor sie unbewegliche, unverbrennbare Materialien werden. Ein bisschen wie die Leute, die sich entscheiden in regnerische und mückenverseuchte Orte in den Urlaub zu fahren. Genießen Sie den Ihrigen.