Ölmarktbericht Februar, 2015

In 2013 beschrieb Portland die “London Oil Week” als “ einen Ort wo das Groβe und das Gute der Őlwelt zu einem Treffen im „Davos Stil“ zusammenkommt… und das nach und nach immer gröβere Erfolge erzielt. Doch letzten Monat prophezeiten wir, dass durch den jüngstem Preisverfall, die diesjährige Veranstaltung  mehr dem Untergang geweiht ist und viel weniger Besucher sehen wird. Hatten wir Recht? Nun ja, die tradionell gigantischen Delegationen aus Westafrika und China glänzten durch ihre Abwesenheit und in einigen Veranstaltungen des Rahmenprogrammes (von Portland geliebt) gab es vielleicht noch ein paar freie Plätze, aber im Groβen und Ganzen hatten wir Unrecht – die Őlwoche in London war so gut besucht und dynamisch wie immer.

Die Diskussionen kreisten natürlich um die Frage, welche Folgen der niedrigere Őlpreis haben könnte und die Delegierten lernten schon beim Kaffee am Montagmorgen, dass Investitionen in alle Formen der Őlgewinnung um cirka 35-40% fallen werden. Sie erfuhren auch, dass das Shell Kapitalinvestionsprogram um $15 Milliarden und das der BP um $5 Milliarden gekürzt würde. Dennoch betonten die Redner eifrig, dass der Bedarf nach Ől stabil sei und dass, paradoxerweise, die niedrigen Őlpreise den Őlverbrauch weiter antreiben würden (der Kauf von Geländewagen, zum Beispiel in den USA, ist seit dem Fall des Őlpreises hochgeschossen – unglaubliche 29%) und wie einer der kaufmännischen Leiter einer Őlhandelsfirma betonte „ bedeutet es nicht, dass wir weniger von einem Produkt bewegen, nur weil es im Wert gefallen ist.“

Tatsache ist, dass viele der Betreiber etwas fröhlicher lächelten als man vielleicht noch vor 6 Wochen erwartet hätte, als der Rohölpreis auf  einem Tief von $45 pro Barrel war. Hier zeigte sich sicherlich, dass die knallharte Strategie der Saudis, die Produktion aufrechtzuerhalten während die Preise um sie herum verfielen,  funktioniert hat – die Hauptmitglieder der OPEC würden dem Sturm der niedrigen Preise standhalten während private Betreiber entweder aus dem Geschäft gedrückt würden oder gezwungen wrden ihren teureren Betrieb einzustellen.

Aber die Schieferrevolution hat sich von Anfang über konventionelles Denken hinweggesetzt und wird dies auch in der Zukunft tun. Man war sich im Allgemeinen vor 6 Monaten einig, das Schieferöl die $75,– Marke nicht überleben könnte, aber diese Zahl wurde rasch nach unten korriegiert – einige sagen heute sogar, das $ 40,– jetzt  für die Schieferindustrie zu bewältigen wäre. Wie kann das möglich sein? Nun, zunächst einmal zeigten die Schieferölbetreiber eine bemerkenswerte Innovation im Angesicht der sinkenden Preise, wie zum Beispiel „Refracking“ und „ doppletes Fracking“, Methoden, die sicherstellen, dass die gleiche Gesteinsformation den doppelten Ölertrag zu dem gleichen Orginalpreis produziert. Die Betreiber finden auβerdem Wege die Schieferproduktion an- und auszuschalten (wie einen Lichtschalter) um mit den schwankenden Preisen umzugehen – ein riesiger Unterschied zu der Inbetriebnahme und dem Ausschalten herrkommlicher Ölquellen, das einige Jahre dauern kann. Weiterhin sollte man nicht vergessen, dass nicht nur Rohöl im Preis gesunken ist. Arbeitskosten, Kosten für Stahl, Chemikalien, Transport und natürlich Energi sind alle in den schieferproduzierenden Gebieten gesunken, weil genau das in einem freien Markt passiert. Kosten müssen sich der Umwelt anpassen und Profite reduzieren sich, aber d.h. nicht, dass eine Industrie stirbt. Im Gegenteil, niedrigere Preisen bedeuten normalerweise technische Innovation und industriellen Fortschritt.

Zudem sind die Schieferölfirmen einmalig im Bereich des konventionellen Öls. Während staatliche Ölfirmen und Ölgiganten ihre Ölförderung und ihre Darlehen auf jedem Level untersucht haben, besteht die Schieferölindustrie aus einer Gruppe von Spieleern für die es kein klaren Modus Operandi gibt. Niemandem ist so richtig klar, wie diese Betriebe finanziert werden oder ob sie überhaupt finanziert werden.Und im Gegensatz zu staatlichen Ölfirmen ( die groβe Profite benötigen um ihre nationale Infrastruktur zu finanzieren) oder den Ölgiganten (  die entsprechend groβe Gewinne benötigen um ihre Aktionäre bei Laune zu halten), ist es absolut denkbar, dass diese kleinen, unabhängigen Firmen für einige Jahre damit zufrieden sind, nur ein Break-even zu erreichen. Wow…. diese neu aufkommende Industrie verändert die Spielregeln auf so viele verschiedene Arten.

Aber die letzten 3 Monate sollten uns klar gemacht haben, dass sich Dinge in der Ölwelt schnell verändern. Wir sind zu Recht von der Anpassungsfähigkeit der Schieferölinstrie verblüfft, aber eine tägliche Profitabilität ist nicht unbedingt das gleiche, wie eine langfristige Tragbarkeit. Wir wissen vielleicht nicht die genauen Zahlen, aber viele der Schieferölbetreiber werden sich über die letzten 3 Jahre  bedeutende Summen geliehen haben und diese Kosten werden ganz anders aussehen wenn, zum Beispiel, die US Zinsen steigen sollten. Es sieht also im Moment so aus, dass die alte Maxime“ die beste Kur für niedrige  Preise,  sind niedrige Preise und die beste Kur für hohe Preise, sind hohe Preise“ ihren Zweck erfüllt. Die Schieferölhersteller werden als Dreh-und Angelpunkt für die Ölwelt agieren – sie werden die Produktion runterdrehen wenn die Preise niedrig sind und bohren unattraktiv machen und dann die Produktion schnell wieder hochdrehen,  wenn die Preise steigen. Einmal mehr, sie verändern die Spielregeln…..