Ölmarktbericht Januar, 2018

Es ist wieder soweit, der Anfang eines neuen Jahres, was bedeutet, dass es an der Zeit ist, Portlands Ölpreis-Kristallkugel wieder hervor zu zaubern. Lassen Sie uns vorher, aber einen kurzen Blick darauf werfen, was wir im Januar 2017 vorhergesagt haben und inwieweit unsere Vorhersagen stimmten. Letztes Jahr um diese Zeit sagten wir, dass die meisten Zeichen darauf hinweisen, dass ein weiteres Jahr mit Preisanstiegen bevor steht und dass wir einen konstanten Aufwärtstrend zu einem Ölpreis von $ 65 pro Barrel sehen werden. Oh, ja! Der Öldurchschnittspreis lag im Dezember 2017 bei $63.94 pro Barrel und in den letzten Dezembertagen (29.12), erreichte er $66,87. Applaus bitte, einen Preis für die beste Ölfirma in York und einen Anstieg in Babies mit dem Namen Portland… Dies bedeutet, dass Portlands Ölpreisvorhersagen im dritten Jahr in Folge korrekt waren und hoffentlich ist die Katastrophe von 2014 endgültig in Vergessenheit geraten. Damals sagten wir, dass die Preise grundsätzlich stabil blieben während sie $75 pro Barrel erreichten…!

Aber in welche Richtung bewegen sich die Dinge in 2018? Konventionelles Wissen würde uns sagen, dass die Ölpreise sich normalerweise zyklisch verhalten und, dass darum für jeden Monat in dem die Preise steigen, auch die Wahrscheinlichkeit eines Preisabsturzes steigt. Jedoch so wie die Lage im Moment aussieht, ist unsere Annahme, dass, obwohl eine Preiskorrektur nach unten in der Zukunft (29.12.2019?) unausweichlich ist, dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen ist. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Schieferölindustrie weiterhin unfähig ist, sich so schnell zu bewegen, wie sie es in der Vergangenheit konnte. Viele der ursprünglichen Ölschieferunternehmen des Preisabsturzes 2014-15 sind bereits pleite und Ersatzfirmen können nur langsam diese Lücke füllen. Und die FIrmen, die das Jahr 2014-15 überlebt haben, sind durch ihre Bemühungen im Geschäft zu bleiben, stark verschuldet. Betrachtet man die Situation in diesem Licht, waren die zwei Zinserhöhungen der US Bundesbankenaufsicht (in einer Gesamthöhe von 0,5%) kaum eine gute Nachricht. Tatsächlich verdoppelte es die Zinsrückzahlungen der Schieferölunternehmen und verringerte damit sowohl die Produktion aus bestehen Quellen als auch die Bohrungen nach neuen Quellen.

Es hat sich also für die  Schieferölindustrie ausgezahlt, dass sie in 2014 ein helles Licht am Horizont  der US Wirtschaft war. Doch die Lage in 2018 stellt sich ganz anders dar,  mit einer US Wirtschaft die in allen Bereichen boomt, was zur Folge hat, dass das Schieferöl jetzt mit anderen Bereichen für Arbeitskräfte und Investitionen im Wettbewerb liegt. Hinsichtlich der finanziellen Situation bedeutet dies eine Doppelbelastung, da es nicht nur teurer ist Geld zu leihen (durch die höheren Zinsraten), sondern es ist auch schwieriger überhaupt Geld zu bekommen. Für Verleiher und Investoren, bieten Investitionen außerhalb der Ölindustrie jetzt weniger risikoreiche und potentiel größere und sicherlich weniger zyklische Wachstumsaussichten. Um die Situation noch schwieriger zu machen, lockt die “nicht Ölindustrie”  jetzt Schieferölarbeiter mit Jobs, die gut bezahlt und sicherer sind und gleichzeitig bessere Arbeitsbedingungen bieten. Es ist also nicht überraschend, dass die Gehälter in der Schieferölindustrie in 2017 um 20% gestiegen sind um dieser Herausforderung entgegen zu treten – ein Trend den wir in 2018 weiterhin beobachten werden.

Dies alles bedeutet, dass wir Schieferöl als Hauptfaktor für eine Preissenkung in 2018 ausschließen können. Und es ist schwer vorstellbar wie die konventionelle Erdölsuche dies erreichen kann, besonders nach der OPEC Entscheidung ihre Produktionshöchstgrenze für das gesamte Jahr beizubehalten. Andererseits haben die Non-Opec Volumen und die der Ölgiganten bereits  ihren Schwerpunkt (permanent?) von Öl auf Gas und weniger auf erneuerbare Energien umgeschwenkt. Außerdem wissen wir, dass herkömmliche Ölsuche langfristige Finanzierung benötigt und, dass seit 2014, die Investitionen in traditionelle Ölprojekte jährlich um 25% gefallen ist. Einfach formuliert,  in dem aktuellen Niedrigpreisumfeld liegt der Schwerpunkt des “großen Öls” in der Kostensenkung und nicht bei neuen Projekten.

Es sieht also so aus, dass kein Bereich der Ölindustrie in der Lage ist oder den Wunsch verspürt die Produktionsmengen zu erhöhen und die Preise wieder nach oben zu treiben. In dem Zeitraum von 2014 -2016 dominierte das Angebot und nicht die Nachfrage die Ölpreislandschaft. Aber in 2017 war die Nachfrage der dominierende Faktor und wir sagen vorher, dass es in 2018 genauso sein wir. Letztes Jahr verbrauchte die Welt mehr Öl (97 Millionen Barrels pro Tag) als jemals zuvor in der Vergangenheit und dieser Rekord wird in 2018 wieder gebrochen werden (mit einem weiteren Anstieg von circa 2 Millionen Barrels pro Tag). Diese jährlichen Nachfrageanstiege sind nichts Neues – der globale Ölverbrauch ist jedes Jahr seit der Finanzkrise in 2008 angestiegen – aber zwischen 2014 und 2016 schluckten großzügige Ölmengen dieses Nachfragewachstum. Dies war weder in 2017 der Fall, noch wird es  in den nächsten 12 Monaten der Fall sein, was die Grundlage für unseren Haussee -Vorhersage in 2018 ist. Genaue Preisvorhersagen für den Ölpreis zu machen ist immer ein gefährliches Spiel, aber mit den heutigen Preisen um $70 pro Barrel, schliessen wir mit der Annahme ab, dass ein Preis von $85,– am Ende des Jahres bei weitem wahrscheinlicher ist als ein Preis  $55.